Medienmitteilung: Atommüll umlagern neben dem Schwimmbad?!
24. 01. 2012

Am 20. Januar 2012 haben Nagra und BFE mögliche Standorte für die Oberflächenanlagen eines Atommülllagers bekannt gegeben. Das sind die Standorte, wo der Atommüll in Fässern angeliefert und dann bearbeitet wird. Allerdings weiss bis heute niemand, wo das Tiefenlager zu liegen kommt. Damit wird nicht nur die Bevölkerung unnötig verängstigt, sondern auch die Suche nach dem sichersten Tiefenlagerstandort hintertrieben. Wie die Schweizerische Energie-Stiftung SES, verlangt die SP Bezirk Aarau ein umgekehrtes Vorgehen: Zuerst braucht es den Lagerstandort, dann die Oberflächenanlage!

Nach den Vorgaben der Nagra soll die Bevölkerung der möglichen Standorte für Oberflä-chenanlagen im Rahmen des partizipativen Verfahrens darüber diskutieren.
Doch dieses  Vorgehen ist bedenklich: Es ist weder bekannt, an welchem der sechs ausge-wählten Standorte noch wo genau innerhalb dieser Standorte das Tiefenlager gebaut werden könnte. Dazu sind schlicht und einfach zu viele Fragen offen, insbesondere ist das geologi-sche Wissen über die meisten Regionen mangelhaft. Es laufen derzeit Untersuchungen, doch ein Entscheid über den definitiven Standort des Lagers wird frühestens in 10 Jahren erwartet.
Die einberufenen Regionalkonferenzen sollen sich nun nicht mit sekundären Aspekten wie den Oberflächenanlagen befassen, bevor nicht zuerst der sicherste Lagerstandort im Unter-grund gefunden ist. Alles andere wäre ein politisches Ablenkungsmanöver.

Für unsere Region (Jura Südfuss) hat man Suhr und Kölliken als mögliche Standorte be-stimmt. In Suhr würde die Anlage zwischen Schwimmbad und Einkaufszentrum zu liegen kommen: eine unverantwortliche und unverständliche Entscheidung, wenn man bedenkt, dass dieses Gebiet die weitaus am dichtesten besiedelte Region von allen Standorten ist. Zudem liegt in dieser Region auch das einstmals als sicher geltende Endlager für Sondermüll, dessen Sanierung über Jahre hinaus eine grosse Belastung für deren EinwohnerInnen be-deutet.

Aarau, 20. Januar 2012

Auskünfte: Renato Mazzocco, Bezirksvorstand, 079 338 51 00

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